Meine Vorratskammer – mehr als nur Marmelade

Es gibt mehr als nur Marmelade!

Meine Küchenanfangsprobleme, wie man etwa Kartoffeln kocht, habe ich in der Rubrik „die Küche- oder wie kocht man blos Kartoffeln“ geschildert. Die Sache mit der Marmelade zeigt meinen Weg zum Selbstversorger in Sachen Vorratskammer.

So wie ich schon immer gern kochte, träumte ich mich auch schon seit jeher in die herrlichen Bilderstrecken der Magazine und Bücher, die sich mit einem Leben am Land befassten. Hohe Blumenwiesen und mitten drin die ländlich und üppig gedeckte Festtafel für die Feier im Obstgarten. Rustikale Küchen in denen gekocht und gegessen wird. Ich richtete mich irgendwie „Cottage“ oder „Country“ ein. Sehr schön, aber eben in der Stadt. Gottseidank in einer sehr kleinen Stadt, aber ohne Garten beim Haus. Immerhin mit Blick in einen großen Garten. Mit ein wenig Phantasie befand ich mich dann in meiner Landhausküche und kochte Marmelade.

Marmelade selbst gekocht

Einige Kilometer ausserhalb der Stadt baute ich auf einem Feld der Familie etwas Obst und Beeren und ganz wenig Gemüse an. Im Sommer dann gab es reichlich Himbeeren, Maulbeeren und Holunderbeeren. Davor schon Holunderblüten und auch grüne Triebe der Fichten. Später im Jahr erntete ich Äpfel, Zippern, Zwetschgen, Johannisbeeren und Vogelbeeren. Dann stand ich immer in meiner vermeintlichen Landhausküche und kochte Marmelade daraus.

Im Treppenhaus hatte ich einen alten, als Vorratschrank umfunktionierten Kleiderschrank. Hinter den Glasscheiben drappierte ich karrierten Stoff als Sichtschutz. Und hinter dem stapelten sich die nicht nur für einen Singlehaushalt Unmengen an Marmeladen- und Geleegläsern.

Ich war mit einer solchen Leidenschaft in meinen Landleben-Träumen vertieft, daß es mehrere Jahre hintereinander brauchte, um mir die Augen zu öffnen. Ich kann diese Mengen an Marmelade ja nie verzehren. Somit habe ich sie umsonst angebaut und verarbeitet, meine Früchte. Es muß doch noch mehr geben als Marmelade, die man aus den Früchten kocht.

So wurde ich zum Selbstversorger

Hier war der Selbstversorgerfunke das erste Mal angestoßen. Einfrieren für fruchtige Eis-Saucen oder im Winter der Obstkuchen. Saft pressen, Wein ansetzen, trocknen oder Fruchtleder bereiten. Die Möglichkeiten vervielfältigten sich. Zu der Zeit musste ich dann aber das Feld gehen lassen und aufgeben. Mein Bruder hat es jetzt. Hier beginnt die bei „die Küche- oder wie kocht man blos Kartoffeln“ beschriebene Zeit der Zweisamkeit, des neuen Heimes und meines großen Gartens mit dem vielen Gemüse. Gottseidank hatte ich die Zeit der Marmelade bereits hinter mir gelassen. Wer weiß, vielleicht hätte ich sogar Marmelade aus Blumenkohl gekocht? Immerhin, Marmelade aus Tomaten habe ich wirklich schon produziert.

Die zeitgemäße Selbstversorgung

Aber jetzt ging es richtig – und im wahrsten Sinn des Wortes – ans Eingemachte. Ich musste heraus finden, was man wie konservieren kann. Welche Methoden auch heute noch praktikabel sind, recherchieren und vergessene Wege beschreiten. Viel probieren.

Wie die Rezepte für die Küche alltagstauglich sein mußten, so sollten auch die Konservierungsmethoden anwendbar sein. Das Konservierte sollte gut weiter verarbeitet werden können und seinen gesundheitlichen Wert weitestgehend erhalten. Auch Umweltaspekte, wie der verbrauchte Strom, sind heut zu Tage zu berücksichtigen.

Hier bei „Achimsgarten zum Essen“ zeige ich die von mir erfolgreich getesteten und regelmäßig angewendeten Möglichkeiten, die eigene Ernte zu konservieren. Aber genau so können die vielleicht nicht sofort verwendeten Schätze aus Gemüse-Abo-Kisten, die Gaben wohlwollender benachbarter Gartenbesitzer oder die zur Saison günstig erworbenen Gemüse- und Obstarten konserviert statt entsorgt werden. Bedarf an Ideen und Anregungen hat somit fast jeder, nicht nur der Selbstversorger mit eigenen Garten.

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